Richtigstellung zum Beitrag des VCD Verkehrsclub Deutschland vom 30.06.2015

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Es rechtfertigt jedoch nicht öffentliche Verbreitung von Unwahrheiten.

Der VCD behauptet ohne Begründung, eine Umgehungsstraße (Westtangente) sei „verkehrspolitisch unsinnig“. Tatsache ist jedoch, dass diese durch Umverteilung von Verkehrsströmen je nach Tageszeit Entlastungen in der Potsdamer Innenstadt von 10 bis 30 Prozent des Straßenverkehrs ermöglicht. Ob die Bewohner der Innenstadt das unsinnig finden, mögen Sie beurteilen. Weiterhin ermöglicht sie Stauvermeidung für Berufspendler, was diese auch nicht unsinnig finden!

Der VCD behauptet, die Straße „belaste vor allem die Bewohner ärmerer Stadtteile“: Auch wenn wir uns nicht an der Stigmatisierung von Menschen und der Klassifizierung „ärmerer Stadtteile“ beteiligen möchten, stellen wir fest, dass die Westtangente an Bornim vorbei durch Golm entlang der Bahn, an Potsdam-West vorbei und an der Waldstadt vorbei zum Bahnhof Rehbrücke und weiter mittels Wetzlarer Straße zur Nuthestraße führt. Ob die Bewohner dort sich als „ärmere Stadtteile“ fühlen, mögen diese selber beurteilen.

Der VCD behauptet: „Das Strandbad Templin läge direkt an einer Autobahn“: Die Westtangente ist zweistreifig geplant, also eine Fahrspur nach Norden und eine Spur nach Süden! Das ist genau so breit wie die B 1 zwischen Geltow und Ortseingang Potsdam. Autobahnen sehen anders aus! Im Übrigen ist die Westtangente vom Strandbad Templin aus nicht sichtbar, weil sie hinter dem Eisenbahndamm verläuft. Weiterhin ist sie nicht hörbar, weil sie mit Lärmschutz eingefasst wird.

Der VCD behauptet: „Der Baggersee … würde vollends zu einem Autobahnkreuz verkommen“: Das Thema Autobahn hatten wir schon. Die Westtangente heißt in diesem Abschnitt Wetzlarer Straße, ist eine Spur je Richtung breit und die Anbindung ist bereits heute vorhanden, endet im Stummel und wird nur noch an Rehbrücke angeschlossen.

Wir empfehlen Krister Volkmann sich sachkundig zu machen, zum Beispiel auf der Internetseite havelspange.de, bevor er sich öffentlich dazu äußert.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl-Ing. Ralf Jäkel
Sprecher der BI pro Havelspange / Westtangente

Ein Kommentar zu “Richtigstellung zum Beitrag des VCD Verkehrsclub Deutschland vom 30.06.2015

  1. Kommentar zur Unterschriftenaktion pro Havelspange
    Ich habe das Anliegen der Initiative der Stadtverordneten sehr begrüßt und unterstützt, weil insbesondere in Bornim die bestehende Verkehrssituation völlig unbefriedigend ist und in Zukunft sich noch weiter verschärfen wird.
    Aber: Leider musste aus formalen Gründen das Anliegen der Initiative scheitern, weil bei der Erarbeitung des Bundesverkehrswegeplans 2015 die Beteiligung der Öffentlichkeit bereits im Jahre 2013 hätte beginnen müssen. Nunmehr läuft die Endphase der Planung – wie ich aus den im Internet veröffentlichten Abläufen entnehmen konnte – und damit dürfte das lobenswerte Anliegen zu spät in die Spur gekommen sein. Vermutlich haben dies auch etliche Stadtverordnete so gesehen und am vergangenen Mittwoch entsprechend abgestimmt.
    Doch was bleibt, sind die Probleme, und ich würde es sehr begrüßen, wenn die Initiative der Stadtverordneten insofern weiter geht, dass man echte Alternativen von der Stadt einfordert. Radwege auf an sich zu schmalen Fahrbahnen durch Strichlinien zu kreieren, erhöht eher das Unfallrisiko als den Radverkehr zu erleichtern. Und wie man mittels ÖPNV eine ausreichend schnelle und damit attraktivere Beförderung realisieren kann als es gegenwärtig der motorisierte Individual-Verkehr erlaubt, ist in Potsdam endlich einmal konkret nachzuweisen. In diesem Sinne wünsche ich mir, dass die Initiative nicht einschläft, sondern auf der Grundlage der nachweislich zunehmenden Unzufriedenheit der betroffenen Bürger einen Beitrag zur Realisierung eines akzeptablen Verkehrskonzepts für Potsdam leistet.

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