Karte mit Strecke

Die Unterzeichner der Bürgerinitiative fordern die Schaffung einer Umgehungsstraße für die Potsdamer Innenstadt mit Havelquerung am Templiner See und optimierter Anbindung an das vorhandene Straßennetz unter Nutzung einer Finanzierung im Rahmen des Bundesverkehrswegeplanes und die vertiefte Untersuchung und Planung einschließlich Lärmschutz der Straße und der Eisenbahn.

Auch bei Nutzung aller Verbesserungsmöglichkeiten für ÖPNV wird, solange die Einwohnerzahl von Potsdam weiter um ca. zweitausend Menschen pro Jahr wächst wie bisher, eine Zunahme des Autoverkehrs (PKW, LKW, Bus) allenfalls leicht zu dämpfen aber nicht, wie von einigen irrtümlich angenommen, aufzuhalten sein. Eine Verringerung der Anzahl der fahrenden KFZ in Potsdam ist völlig unbegründet und unwahrscheinlich. Konzepte, die diese Verringerung fahrlässig voraussetzen, damit der Verkehr noch funktioniert, ohne sich über Alternativen sachkundig zu machen, gefährden die Mobilität in Potsdam, wenn sie zum Beispiel auf Einengung der bereits knapp bemessenen Straßenquerschnitte, z.B. in der Zeppelinstraße, setzen. Sie gefährden die Lebensqualität der Potsdamer an den dicht bewohnten innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen, wenn sie mittelbar für Dauerstau in Zeppelinstraße, Breite Straße, Schopenhauer Straße, Hegelallee, Behlertstraße und anderen Straßen sorgen, wo heute der Verkehr noch leidlich flüssig abgewickelt wird. Wenn dort überall ganztags zähflüssiger Verkehr bis Stau entsteht, weil keine Alternative um die Innenstadt herum gefunden wird, dann droht sich die Luftqualität weiter zu verschlechtern anstatt zu verbessern!

Darum ist es überfällig, die Frage einer möglichen dritten Havelquerung für Straßenverkehr sachlich fundiert zu beraten, alle Folgen für Umwelt, für Lebensbedingungen, für das vorhandene Straßennetz umfänglich und unvoreingenommen zu prüfen. Wir sind als Begründer der überparteilichen Bürgerinitiative pro Havelspange / Westtangente der Überzeugung, dass eine solche Netzverknüpfung der Bundesstraßen B 1, B 2, B 273 und der L 40 die Chance bietet, mehr Probleme zu lösen als neue entstehen. Wir gehen davon aus, dass eine Entlastung der Innenstadt in Spitzenzeiten um bis zu 30% möglich sein kann, Verkehre sinnvoll ins vorhandene Netz eingebunden werden können, so dass nur relativ wenige Menschen eine moderate Zunahme an Verkehr zu verkraften haben werden, wohingegen Tausende Menschen in der Innenstadt deutlich entlastet werden können. In den ersten Wochen unserer Initiative erfahren wir Zuspruch aus verschiedensten Teilen der Stadtbevölkerung und, entgegen anders lautender Behauptungen, auch viel Zuspruch aus Umlandgemeinden von Potsdam!

Wir gehen von dem Brückenbau am Templiner See neben der Eisenbahnbrücke aus, Stelzenbrücke im Seegrund, beidseitig gläserne Lärmschutzwände wie auf der A 9, auch Lärmschutz der vorhanden Eisenbahnbrücke,  Brücke über den Verbinder zur Bahnhofshalle Pirschheide, Anbindung an die B 1, Zeppelinstraße, verlängert in der Bahnschlucht im Wildpark in Richtung Golm, mit Anschlüssen Werderscher Damm und Golm Nord, ansonsten in Golm in teils gedeckelter Bauweise ausgeführt, nach Golm an die B 273 herangeführt. In umgekehrter Richtung wird die Straße entlang der Eisenbahn geführt, an die B 2 Michendorfer Chaussee angebunden, weiter geführt neben der Bahn bis Bahnhof Bergholz, dann bis Bahnhof Rehbrücke mit Anschluß Heinrich-Mann-Allee und weiter über Wetzlarer Straße zur Nuthestraße angebunden. Sicherlich sind noch Detailfragen fachlich zu untersetzen. Geklärt haben wir bereits, dass kein einziges vorhandenes Wohnhaus mit der Trasse überplant werden würde. Die konzipierte Trasse erscheint sowohl bautechnisch realisierbar als auch umwelttechnisch verträglich einzuordnen wegen Bündelung mit der vorhandenen Bahnstrecke.

Die verkehrlichen Auswirkungen lassen erhebliche Entlastungen für viele Tausend Potsdamer Anlieger erwarten, schaffen für Tausende Potsdamer und Bürger des Umlandes kürzere bzw. einfachere Wege auf die jeweils andere Havelseite. Wir erachten es darum für dringend, unverzüglich vertiefte Planungen zu beginnen. Es müssen Planungsvarianten, verkehrliche Auswirkungen und Umweltauswirkungen sauber bilanziert werden. Es ist nötig, Betroffenheitsanalysen für Entlastungen und Mehrbelastungen entlang aller relevanten Straßenzüge zu erarbeiten und abzuwägen.

Damit Stadt Potsdam und Land Brandenburg diese Maßnahme nicht allein bezahlen müssen, ist es dringend, umgehend ein deutliches Signal an Land und Bundesregierung zu senden, dass die Stadt Potsdam die Bundesregierung bittet, die Maßnahme Ortsumgehung Potsdam weiterhin im Bundesverkehrswegeplan zu berücksichtigen. Wenn man nicht jetzt endlich beginnt, seriös zu planen, dann gefährdet man die Zukunft!

Wir hoffen, dass sich das Land bei der Bundesregierung für die weitere Berücksichtigung im Bundesverkehrswegeplan, zuletzt auf Seite 101 unter Nummer 133 und auf Seite 102 unter Nummer 166 enthalten, Investitionssumme mit 51 Millionen Euro ausgewiesen, einsetzen wird!  Zum Vergleich: das ist von der Summe her exakt so viel Geld, wie alle drei Monate für die Fortsetzung der Bauarbeiten am Flughafen BBI ausgegeben wird. Wir sind in der Bürgerinitiative bemüht, im Schulterschluß mit Bürgern aus Potsdam und den Nachbargemeinden eine konstruktive Lösung zu finden und noch offene Fragen sinnvoll einer Klärung zuzuführen.

Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen und die weitestgehende Vermeidung von unverhältnismäßigen zusätzlichen Belastungen. Das halten wir mit gutem Willen für machbar. In den letzten Jahren hat auch die StVV Potsdam bereits vordringlichen Bedarf für die Havelspange beschlossen und den mittleren Teil der Strecke im Flächennutzungsplan der Stadt berücksichtigt.

Wir danken allen Unterstützern der Bürgerinitiative. Wir bitahoten Sie möglichst zahlreich unser gemeinsames Anliegen mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen, damit es uns gelingt, die Maßnahme bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes zu berücksichtigen.

Sehen Sie hier auch das Interview mit Potsdam TV, in dem Initiator Ralf Jäkel die Zielsetzung der Bürgerinitiative erläutert: