Neuigkeiten von der Bürgerinitiative Havelspange

Unsere Bürgerinitiative hat eine vorweihnachtliche Sitzung abgehalten am 27.11.2015. Dabei haben wir die zurückliegenden Gespräche ausgewertet und uns verständigt, unser gemeinsames Anliegen weiter zu verfolgen, auch wenn wir keinen kurzfristigen Erfolg bei den Abgeordneten verbuchen konnten. Da wir täglich erfahren, dass die Stadtverwaltung keine anderen wirksamen Lösungsvorschläge gegen Staus entwickelt, im Gegenteil gar Verschlimmerungen durch Einengung der Zeppelinstraße über einige Monate erwägt, erreichen uns fortwährend Stimmen aus der Bevölkerung, die uns in unserem vernünftigen Anliegen bestärken.

So haben wir am 20.01.2016 unser erstes Treffen der BI im neuen Jahr durchgeführt. Wir haben uns zu anderen Lösungsansätzen verständigt, um unser Anliegen noch wirksamer in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu wird es alsbald konkrete Vorschläge von uns zu lesen geben.

Als nächste Termine der BI haben wir den 19.Februar um 17 Uhr und den 23.März um 18 Uhr ins Auge gefasst.

Wir werden uns mit weiteren Veröffentlichungen melden.

An dieser Stelle danken wir allen Bürgern, die uns bereits bisher unterstützt haben. Wir wünschen allen Lesern ein gesundes und angenehmes neues Jahr. Seien Sie versichert, mit uns wird weiter zu rechnen sein!

 

Mit herzlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Ralf Jäkel

Sprecher der BI pro Havelspange / Westtangente

Jann Jakobs verweigert Anbringung unserer Forderung an der Bittschriftenlinde

Liebe Mitstreiter,

gerne würde ich Ihnen die Vorkommnisse um die Bittschriftenlinde im Detail berichten. Unsere Bitte (das Befestigen unserer Bitte am Baum mit Hilfe eines Hubwagens) wurde am 30.11.2015 in Gegenwart der Presse abgeschlagen!

Nachdem 4 große Reden, mit dem Inhalt Bürgernähe und den historischen Zweck der Linde gehalten wurden, haben Grundschulkinder ihre Wünsche vorgelesen. Die Anwesenden wurden aufgerufen ihre Anliegen zu übergeben. Diese Bittschriften sollten dann mit einem Hubwagen an den Ästen des Baumes von Jakobs angebracht werden. Als wir unsere Schrift zur Umgehungsstraße überreichen wollten, sagte Bürgermeister Jann Jakobs: „Nö – mach ich nicht. “

Angesichts der gehaltenen Reden, wozu die Linde da sei – Gehör und Beachtung der Bitten des Volkes, durchaus kontrovers zu Beamtenschaft und Verwaltung – war dieser Akt eine Perversion der ganzen Veranstaltung.

Die Pressefrau der PNN hat den Vorfall soweit mitbekommen, als dass sie uns im Nachgang befragt hat. Wir haben Ihr ausführlich unser Anliegen und den Sachverhalt geschildert. Die Pressefrau der MAZ haben wir selbst angesprochen.

Unser Versuch, die Bittschrift selbst mit Hilfe des Hubwagens am Baum anzubringen, scheiterte an einer Dame von Pro Potsdam. Erst behauptete sie, wir seien nicht versichert, dann aber erklärte sie uns, wir könnten nicht einfach ihre Aktion für uns beanspruchen.

Bittschriftenlinde

Presseerklärung: Die Bürgerinitiative kämpft weiter

4. Presseerklärung der BI pro Havelspange / Westtangente

Unsere Bürgerinitiative kämpft weiter. Inzwischen haben mehr als 2.950 Menschen die Beibehaltung des Projektes Havelspange / Westtangente im Bundesverkehrswegeplan mit Ihrer Unterschrift auf den Papierlisten bekundet. 431 Unterstützer haben im Internet unsere Petition unterzeichnet. Wie geht es nun weiter? Der Termin der öffentlichen Auslegung des Bundesverkehrswegeplanes im Herbst 2015 rückt näher. Ich habe mich darum als Sprecher der BI persönlich am 8. September  bei einem Mitglied des Fachausschusses im Deutschen Bundestag erkundigt. Mir wurden folgende Auskünfte erläutert: „Für die Aufnahme eines Straßenbau-Projektes in den Bundesverkehrswegeplan ist die Anmeldung des Projektes durch das Land beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die entscheidende Voraussetzung. Ohne die Anmeldung des Projektes durch das Land beim Bund kann keine Bewertung des Projektes seitens des Bundesministeriums erfolgen und damit besteht auch nicht die Möglichkeit der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan und in den nachfolgenden Investitionsrahmenplan.

Im noch geltenden Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen 2004 sind die Maßnahmen der sogenannten „Netzverknüpfung Potsdam“ zusammen mit einer als Havelspange bezeichneten neuen Verbindung zwischen der B 1 und der B 2 über den Templiner See enthalten. Das bereits 1988 begonnene Raumordnungsverfahren hatte das planerisch zuständige Land Brandenburg wegen Widerständen vor Ort und des Fehlens eines gemeinsamen Verkehrskonzeptes der Region eingestellt. Das Land Brandenburg hat die Havelspange ebenso wie die übrigen Maßnahmen der Netzverknüpfung Potsdam nicht für den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) angemeldet.“

Im Rahmen des konstruktiven Gespräches wurde deutlich, dass seitens des Bundes sehr Wohl der sachliche Bedarf an der Netzverknüpfung Potsdam gesehen wird und es auch finanziell kein Problem darstellt, diese Maßnahme weiterhin im BVWP einzuordnen! Allein, es ist eine notwendige Voraussetzung, dass dieser Bedarf auch seitens des zuständigen Ministeriums der Landesregierung Brandenburg für den Bedarfsplan angemeldet wird!

Auch wenn die reguläre Anmeldefrist verstrichen ist, wird das Bundesministerium einen solchen Antrag wohlwollend prüfen, wenn er denn jetzt in den nächsten Wochen nachgemeldet wird. Bereits im geltenden Verkehrsentwicklungsplan der LH Potsdam finden sich fachliche Einschätzungen, dass die Netzverknüpfung in Potsdam einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Verkehrsbelastung im Stadtzentrum Potsdam und in der inneren Zeppelinstraße leisten kann. Gleichwohl fehlt diesem Plan die Schlussfolgerung, diese Netzverknüpfung zu beantragen. Man ging dabei noch von geringerem Einwohnerzuwachs aus als inzwischen bekannt ist und hing mehrheitlich der Auffassung nach, man könne auch ohne Havelspange allein mit der Förderung des ÖPNV-Umweltverbundes die wachsenden Verkehrsmengen abfangen. Die Zuspitzung der Verkehrsbelastung derzeit in der Zeppelinstraße und die schnellere Zunahme der Einwohnerzahlen um mehr als 2.000 Menschen pro Jahr lehrt uns jedoch, dass der fahrlässige Verzicht auf die Möglichkeit einer dritten Havelquerung für den Straßenverkehr sehr bald gefährliche Folgen für Potsdam und das Umland haben kann! Es droht eine permanente Überschreitung von Schadstoffbelastungen an innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen. Es droht regelmäßiger Stau mit Verstopfung im Berufsverkehr, Behinderung der Rettungsdienste, Schädigung von Wirtschaft und Tourismus in der Landeshauptstadt. Überfüllte Züge bei Straßenbahn und Regionalbahn sind im Berufsverkehr in Potsdam bereits heute aktuell anzutreffen. Wer will eigentlich dafür die Verantwortung übernehmen, wenn sich das in den nächsten Jahren weiter zuspitzt? Wer will den Bürgern dann erklären, warum man 2015 die ausgestreckte Hand des Bundes ausgeschlagen hat? Die Bundesregierung ist bereit, diese Maßnahme über ihren Investitionsplan zu finanzieren. Alle normalen Planungsschritte einschließlich Ausgleich festgestellter Defizite im Bereich Umwelt und Lärmschutz würden übernommen. Der Wildpark erhielte eine Grünbrücke für Mensch und Tier. Die Straße erhielte Lärmschutzwände in Bereichen mit Anwohnern.

Darum können wir von der BI Havelspange nicht nachvollziehen, warum die zuständigen Stellen bisher die Maßnahme versäumt haben anzumelden.

Wir von der BI rufen alle Potsdamer und alle Bürger des Umlandes dazu auf, sich mit der Forderung der Anmeldung der Netzverknüpfung Potsdam einschließlich Havelspange an die gewählten Abgeordneten zu wenden! Noch sind einige wenige Wochen Zeit dafür, die Maßnahme beim Bund nachzumelden.

Bitte schreiben Sie an die von Ihnen gewählten Abgeordneten des Landtages Brandenburg!  Rufen Sie diese an! Sprechen Sie diese auch persönlich an, z. B. am Tag der offenen Tür des Landtages am 26. September am Alten Markt in Potsdam!

Gemeinsam können wir es schaffen, die nötige Nachmeldung für den BVWP zu erreichen. Wir sammeln weiter Unterschriften. das allein wird jedoch nicht ausreichen. Jetzt kommt es darauf an, dass möglichst viele Menschen sich direkt an Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete wenden.

Wir danken allen Bürgern herzlich für die bisher große Unterstützung. Es ist nur das Vorhaben aufgegeben, was wir selber aufgeben!

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Ralf Jäkel

Sprecher der BI pro Havelspange / Westtangente

Bevölkerungsentwicklung

Wachstum nach Stadtteilen

Stadtverwaltung löscht Abstimmungsergebnisse aus dem Internet

Liebe Stadtverwaltung Potsdam,

am Mittwoch haben wir einen Link zu den im Ratsinformationssystem veröffentlichten Abstimmungsergebnisses der durch uns initiierten Abstimmung über die Havelspange veröffentlicht.

Kurze Zeit später wurde das Dokument aus dem Ratsinformationssystem entfernt. Ist den Abgeordneten ihre vermutlich aus Gründen der Fraktionsdisziplin getroffene Entscheidung gegen dieses zukunftsweisende Verkehrsprojekt so peinlich, dass man sogar das Abstimmungprotokoll löschen lässt?

Wir gehen mal davon aus, dass es sich nur um ein Versehen oder ein technisches Problem handelt und helfen gerne aus.

Hier finden alle interessierten Bürger das durch die Stadtverwaltung veröffentlichte und nun verschwundene Protokoll der Abstimmung.

Und keine Angst, dass es wieder verschwindet. Diesmal liegt es auf unserem eigenen Server. Da müssen Sie schon das ganze Internet löschen lassen…

So hat Ihr Abgeordneter in der Stadtverordnetenversammlung über die Havelspange abgestimmt

Die Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung haben am 01.07.2015 über unsere Forderung zur Beibehaltung der Havelspange/Westtangente im Bundesverkehrswegeplan abgestimmt. Der Antrag wurde bekanntlich abgelehnt, weil viele Abgeordnete offensichtlich unter Fraktionszwang dagegen gestimmt haben.

Bei der Abstimmung handelte es sich um eine namentliche Abstimmung, deren Ergebnisse tief versteckt im Ratsinformationssystem der Stadt Potsdam veröffentlicht werden.

Hier finden Sie die Liste mit den Stimmen der Stadtverordneten.

Schauen Sie doch mal nach, wie Ihr Abgeordneter gestimmt hat und sprechen Sie ihn bei nächster Gelegenheit darauf an. Irgendwann möchte er ja auch wieder von Ihnen gewählt werden…

Und falls Sie sich fragen, ob das jetzt das Ende war… Ganz sicher nicht! Wir kämpfen weiter.

3. Presseerklärung der BI pro Havelspange / Westtangente

Unsere Bürgerinitiative findet wachsenden Zuspruch in der Bevölkerung Potsdams und des Umlandes. Mit Stand vom 03.07.2015 verzeichnen wir bereits 2257 Unterschriften auf den klassischen Unterschriftenlisten und mehr als 350 auf der Onlinepetition. Dabei sind 80 Prozent Bürger aus allen Teilen der Landeshauptstadt Potsdam und 20 Prozent aus den Umlandgemeinden. Wir freuen uns, dass inzwischen der Landkreis Potsdam-Mittelmark uns mit Stellungnahmen auf der gemeinsamen Hauptausschusssitzung mit Potsdam und mit Unterschriften von Kreistagsmitgliedern dabei unterstützt. Darunter befinden sich auch Hermann Bobka und Werner Große aus Werder.

Im Widerspruch zu dieser Entwicklung hat unser fraktionsübergreifender Antrag in der Stadtverordnetenversammlung Potsdam am 01.07.2015 einen Rückschlag erfahren. Der Antrag 15/SVV/0436 „Beibehaltung der Maßnahme Havelspange / Westtangente im Bundesverkehrswegeplan“ wurde nach kontroverser Debatte mehrheitlich abgelehnt. Es haben 20 Stadtverordnete dafür gestimmt (CDU, Bürgerbündnis, Potsdamer Demokraten, Teile der Linken und Herr Wartenberg). Es haben 31 Stadtverordnete dagegen gestimmt (Grüne, Andere, SPD und Teile der Linken). Die genauen Ergebnisse werden mit dem Protokoll der StVV nachgereicht. Es gab insgesamt 2 Enthaltungen.

Wir bedauern diese kurzsichtige Positionierung vieler Stadtverordneter, die teils uralte und sachlich unbegründete Vorurteile vorgebracht haben. Auch wenn alle wissen, dass für neue Wohnhäuser neue Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Abwasser, Gas, Telefon gelegt werden und die gesamtstädtischen Querschnitte jeweils angepasst werden müssen, so ignorieren einige, dass ebenso Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten sowohl im ÖPNV als auch im Straßenverkehr entsteht! Da wurden von „Grünen“ Sätze vorgebracht wie: „Wer Straßen sät wird Verkehr ernten.“ Die gleichen Personen, die keine praktikablen Lösungen zur Bewältigung des Verkehrs der wachsenden Stadt Potsdam wissen, üben sich beharrlich in Realitätsverweigerung! Die Potsdamer sollen das ausbaden. Von mehr ÖPNV wird bisher nur geredet. Noch keine einzige konkrete Maßnahme dazu ist umgesetzt. Auch die von uns geforderte Verstärkung der Angebote des Regionalbahnverkehrs, wie bereits im Januar 2014 mit dem Stadtentwicklungskonzept Verkehr beschlossen, wird aktuell von Land und DB abgelehnt. Aber die Sicherung der Option einer Umgehungsstraße mit Mitteln des Bundes lehnen diese Personen ab! Stattdessen ergehen Appelle an Bürger, sie sollen zu Fuß gehen und Fahrrad fahren. Wenn man sich den Modal Split in Potsdam ansieht, stellt man jedoch fest, dass die Anteile des Verkehrs zu Fuß, mit Rad oder ÖPNV in Potsdam bereits auf vergleichsweise hohem Niveau sind und die Möglichkeiten diesbezüglich aufgrund der Entfernungen, die zurückzulegen sind, nahezu ausgeschöpft sind. In Zukunft wird man also auch um Ergänzungen bei dem die Havel querenden Straßennetz nicht umhinkommen, wenn man einen Verkehrsinfarkt vermeiden will! Auch die Einsatzfähigkeit des Rettungsdienstes erfordert das.

Darum geht die Arbeit unserer BI unverändert weiter und zielt auf die Einbringung dieses wichtigen Anliegens  in den Bundesverkehrswegeplan. Die Möglichkeit dazu besteht sehr wohl!

Im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur BMVI wird derzeit am neuen Bundesverkehrswegeplan gearbeitet. Weil Potsdam und das Land Brandenburg 2014 die OU Potsdam für den Bedarf nicht angemeldet haben, wird diese Maßnahme im Vorentwurf fehlen. Dieser Vorentwurf jedoch wird voraussichtlich im Oktober 2015 öffentlich ausgelegt und bekannt gemacht. Dann erfolgt eine Beteiligung der Öffentlichkeit während einer Dauer von 6 Wochen. Es können sich alle Interessierten in Deutschland am Konsultationsverfahren beteiligen. Die Stellungnahmen können schriftlich oder über das Internet in einem Formular abgegeben werden. Während dieser Zeit wird der BVWP-Entwurf an ca. 20 Orten in Deutschland physisch ausgelegt und online zur Verfügung stehen.  Alle Einsender erhalten eine Eingangsbestätigung. Alle Stellungnahmen werden auf ihre Relevanz für den Gesamtplan geprüft. An diesem Verfahren wollen wir uns als Bürgerinitiative mit einer qualifizierten Stellungnahme beteiligen. Die Relevanz unserer Einwendung ist desto größer, je mehr Unterschriften unsere Initiative bis dahin gesammelt hat. Wer mit dem mehrheitlich ablehnenden Votum der Stadtverordnetenversammlung nicht einverstanden ist sollte dies auch durch seine Unterschrift bekunden. Mehr dazu finden Sie unter www.havelspange.de.

Darum sammeln wir weiter. Wir danken allen Bürgern herzlich für die bisher große Unterstützung. Es ist nur das Vorhaben aufgegeben, was wir selber aufgeben!

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Ralf Jäkel

Sprecher der BI pro Havelspange / Westtangente

Hintergrundinformation: Auszüge aus dem Stadtentwicklungskonzept Verkehr

S. 12

Ein Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr (MIV) bis 2025 so zu reduzieren, dass die Einhaltung der Grenzwerte für Luftschadstoffe (Feinstaub ab 2005, NO2 ab 2010 bzw. ab 2015 bei Fristverlängerung), die Vorsorge beim Lärmschutz und die Einhaltung des Klimazieles von 20 % CO2-Reduzierung6 gewährleistet wird.

S.13

Neben den restriktiven Maßnahmen müssen die Alternativen gestärkt werden und Schnittstellen insbesondere für Berufspendler aus dem vom ÖPNV unzureichend erschlossenen Umland geschaffen werden.

S.15

Im Ergebnis dieser Diskussionen, wurde das Maßnahmenpaket für das Szenario Nachhaltige Mobilität gegenüber dem bisherigen Entwurf überarbeitet. So wurden beispielsweise die Tramtrasse nach Golm aus dem Szenario heraus- und dafür eine Straßenbahnanbindung von Krampnitz sowie eine Bahnverbindung Potsdam – Berlin-Spandau hinein genommen. Dieses nunmehr geänderte Szenario Nachhaltige Mobilität liegt der vorliegenden Endfassung des Berichts zu Grunde.

S.30

Die Aufteilung des werktäglichen Personenverkehrs auf die einzelnen Verkehrsmittel zeigt, dass im Jahr 2008 rd. 37 % der Fahrten im motorisierten Individualverkehr und rd. 63 % der Fahrten und Wege mit dem Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖV) durchgeführt wurden. Binnenverkehr 32% MIV (->24), 30% zu Fuß (->34), 24% Fahrrad (->27%), 14% ÖPNV (->15%)

S. 31

2.5.1 Verkehrsbelastung im Hauptverkehrsstraßennetz

Die Karte 6 zeigt die Verkehrsbelastung im Hauptverkehrsstraßennetz an einem durchschnittlichen Werktag im Jahr 2010. Besonders hoch sind die Kfz-Belastungen auf den Potsdamer Verbindungsstraßen ins Umland und nach Berlin. Eine Besonderheit des Potsdamer Straßennetzes ist die Konzentration der Kfz-Verkehrströme auf der Humboldtbrücke und der Langen Brücke mit entsprechend hohen Verkehrsbelastungen auch auf den zuführenden Hauptnetzstraßen.

S. 43

3 Entwicklung der Mobilität und des Verkehrssystems bis 2025

3.1 Grundlagen der Prognosen bis 2025

Für Potsdam wird bis zum Prognosejahr 2025 ein weiteres Bevölkerungswachstum, insbesondere durch Wanderungsbewegungen, erwartet. Insgesamt wird ein Bevölkerungsanstieg um rd. 10 % gegenüber dem Jahr 2008 auf ca. 172.000 Einwohner angenommen. Vor allem der Potsdamer Norden mit seinen Entwicklungs- und Neubaugebieten profitiert durch den Zuzug von Neu-Potsdamern (vgl. Karte 16). Aber auch die südlich gelegenen Stadtbezirke weisen wieder einen Bevölkerungszuwachs auf (vgl. Abb. 19).

S.53

Insgesamt ist festzustellen, dass im Vergleich zur Analyse 2010 mit den Maßnahmen zur nachhaltigen Dämpfung des Kfz-Verkehrs im Szenario Nachhaltige Mobilität, bis 2025 die Gesamtzahl der Kfz-Fahrten (Binnen-, Quell-/Ziel- und Durchgangsverkehr) pro mittlerer Werktag trotz des deutlichen Bevölkerungszuwachses nur moderat um rd. 13.000 (+3 %) ansteigen würde.

S. 55

Die Realisierung der Havelspange bringt ohne die ISES einen Beitrag hinsichtlich Entlastung der Breite Straße und der Zeppelinstraße. Dies würde die Möglichkeit einer stärkeren ÖPNV-Beschleunigung und ggf. einer Neuaufteilung des Straßenraums eröffnen. Darüber hinaus könnte die Havelspange auch als Ausweichtrasse bei Verkehrseinschränkungen/Havarien dienen. Es sind aber auch hohe Risiken mit einer Realisierung der Havelspange verbunden, wie schwer kalkulierbare Kosten, Anziehung von Durchgangsverkehr und eine daraus resultierende Zunahme der Verkehrs und Umweltbelastung in den zuführenden Straßen, insbesondere in der Forststraße und Am Neuen Palais.

Mit der Realisierung der Maßnahmen des Szenarios Nachhaltige Mobilität und der damit verbundenen Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs bis 2025 können die Ziele zur Minderung der Umweltbelastungen (Luftschadstoffe) in diesen Bereichen auch ohne Havelspange erreicht werden.

S. 63

4 Handlungsfelder Szenario Nachhaltige Mobilität 2025

Eine solche Entwicklung ist unerlässlich für die Bewältigung der allein aus dem Einwohnerzuwachs resultierenden Gesamtverkehrszunahme. Nur wenn alle Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, kann eine Zunahme des MIV in Potsdam vermieden werden. Dies wird bei steigendem Kfz-Quell-/Zielverkehr nur durch einen entsprechenden Rückgang der Fahrten beim Kfz-Binnenverkehr erreicht.

S. 64

Durch eine auf die Nachfrage ausgerichtete Angebotsstruktur und mit einer zielgerichteten Erweiterung des Straßenbahnnetzes an Nachfrage-Schwerpunkten soll auch zukünftig ein möglichst hoher Anteil am motorisierten Verkehr in der Stadt, nach Berlin und ins Umland auf den ÖPNV verlagert werden. Daraus ergeben sich folgende Handlungsfelder im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes Verkehr für den Öffentlichen Personennahverkehr:

Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur

Der Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur betrifft insbesondere den Betriebszweig Straßenbahn. Es werden dabei folgende Vorhaben innerhalb des Szenarios Nachhaltige Mobilität weiter betrachtet:

  • Verlängerung der Straßenbahntrasse Nordast bis Campus Jungfernsee
  • Vertiefende Untersuchung einer Weiterführung der Straßenbahnneubaustrecke nach Krampnitz
  • Vertiefende Untersuchung einer Straßenbahnneubaustrecke Großbeerenstraße
  • Bau eines multimodalen Umsteigepunktes am Bahnhof Marquardt (Ostseite)

Weiterhin ist die Flächenfreihaltung der Straßenbahnneubaustrecke Stern/Drewitz bis Teltow im Szenario Nachhaltige Mobilität vorgesehen.

S. 65

Darüber hinaus ist das Verkehrsangebot kontinuierlich und koordiniert, an die sich in den kommenden Jahren verändernde Verkehrsnachfrage im öffentlichen Personenverkehr, anzupassen. Weiterhin sind im Bereich des schienengebundenen Regionalverkehrs und im Regionalbusverkehr folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Einrichtung eines Halbstundentaktes zur Verbesserung der Erreichbarkeit des Wissenschaftsstandortes Golm durch Linienverdichtung,
  • Führung der RB 21 vom Hauptbahnhof über Golm und Marquardt nach Berlin-Spandau,
  • Führung der RB 22 vom Hauptbahnhof über Golm zum Flughafen BER im 60-Minuten-Takt, wodurch sich gemeinsam mit der RB 21 zwischen Hauptbahnhof und Golm ein Halbstundentakt ergibt,
  • Führung der Regionalbahnlinie RB 23 vom Hauptbahnhof nach Michendorf im 60-Minuten-Takt,
  • Zusätzliche Halte aller RE 1-Züge an den Bahnhöfen Park Sanssouci und Charlottenhof,
  • Taktverdichtung (20-Minuten-Takt) der Regionalbuslinie X1 im Tagesverkehr zwischen Bahnhof Teltow und Potsdam Hauptbahnhof.

Die genannten Maßnahmen im Bereich des Regionalbahnverkehrs sind zum Erreichen der Ziele unerlässlich, jedoch liegen diese in der Zuständigkeit des Landes Brandenburg. Somit entziehen sie sich weitgehend der Steuerungsmöglichkeit der Stadt Potsdam, was mögliche Verbesserungen anbelangt.

Verbesserung der Qualität des ÖPNV

Zur Verbesserung der Qualität des ÖPNV gehört, neben der Fortführung des behindertengerechten Haltestellenausbaus (vgl. Punkt 2.3.1), insbesondere die Anschaffung von Fahrzeugen (Bus- und Straßenbahn) hinsichtlich der neuesten Sicherheits-, Umwelt- und Komfortstandards. Als Beitrag zur Verringerung der Luftschadstoff- und Klimagasemissionen ist die Neuanschaffung von emissionsarmen Fahrzeugen für den ÖPNV-Fuhrpark vorzunehmen. Erste Maßnahmen hierzu wurden bereits umgesetzt bzw. befinden sich in der Umsetzung. Dabei werden zukünftig auch verstärkt die Einsatzmöglichkeiten von Elektrofahrzeugen in der Vip-Busflotte geprüft. Ein erster Probebetrieb ist noch für 2011 vorgesehen.

S. 68

Ausbau des Potsdamer P+R-Systems

Zur Entlastung der innerstädtischen Stellplatzkapazitäten und Minderung der Kfz-Verkehrsbelastungen wird das Potsdamer P+R-System schrittweise erweitert. Insbesondere für die Berufspendler aus dem Potsdamer Umland wird ein zusätzliches Angebot an P+R-Stellplätzen an den Verknüpfungspunkten des ÖPNV bzw. den Regional-Bahnhöfen bereitgestellt. Dazu sind die bereits bestehenden Stellplatzkapazitäten zu erweitern bzw. um zusätzliche Standorte zu ergänzen:

  • Realisierung einer neuen P+R-Anlage Bornstedter Feld
  • Realisierung einer neuen P+R-Anlage Wetzlarer Straße/Nuthestraße
  • Realisierung einer neuen P+R-Anlage am Bhf. Marquardt
  • Ausbau P+R-Anlage Kirschallee
  • Intensivierung der P+R-Anlage Pirschheide
  • Prüfung weiterer P+R-Anlagen an Hauptachsen in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden (ca. 800 Stellplätze)

S. 70

Das umweltorientierte Verkehrsmanagement (UVM) ist zudem integraler Bestandteil der mittelfristigen Planung bis zum Jahr 2015 innerhalb des Luftreinhalte- und Qualitätsplans der Landeshauptstadt Potsdams und wirkt gezielt in den Straßenabschnitten, bei denen die Gefahr einer Überschreitung der zulässigen Grenzwerte besteht. In diesen Abschnitten soll mithilfe einer Anpassung der Lichtsignaltechnik der Verkehrsstrom verstetigt werden. Dies funktioniert nur im Zusammenspiel mit einer Zuflussdosierung. Infolgedessen ist in den betreffenden Abschnitten eine Verbesserung der Verkehrssituation zu erwarten. Der dadurch verringerte Anteil von Halte- und Anfahrvorgängen bewirkt eine Reduzierung der Schadstoffemissionen. Gegebenenfalls kann durch die Drosselung des Kfz Verkehrszuflusses eine verstärkte Entlastung des Hotspots erreicht werden. Maßnahmen zur Verflüssigung und Zuflussdosierung sind in den Abschnitten der Zeppelinstraße, der Breite Straße, der Behlertstraße und der Großbeerenstraße vorgesehen. Es gilt dabei die Grundlagen zu schaffen, um den Kfz Verkehr möglichst ohne Behinderungen (Bremsvorgänge, Beschleunigung) durch den Hotspot zu führen. Dafür sind die signaltechnischen Voraussetzungen im Rahmen einer detaillierten LSA-Planung zu schaffen.

Leben in Potsdam – Bürgerumfrage 2014

Verkehr und Wohnen weiterhin die meistgenannten  Probleme

Bei der offenen Frage nach den aktuell größten Problemen in Potsdam entfallen 41,5 % der fast 5 000 Nennungen auf Themen, die den Verkehr in der Stadt betreffen. Fast 600-mal werden Baustellen und Staus genannt. Mit einigem Abstand (16,7 % aller Nennungen) folgt das Thema Wohnen, wobei diesbezüglich insbesondere zu hohe Mietkosten benannt werden. Aktuelle Debatten, wie z.B. zum Wiederaufbau der Garnisonkirche oder zum Hotel Mercure, spielen in den Augen der Bürgerinnen und Bürger als größte Probleme Potsdams eine untergeordnete Rolle.